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Heimat vor mehr als hundert Jahren: -
Zu Beginn meiner Forschung lag die Heimat der Ahnen im Dunkeln der Geschichte. Durch widersprüchliche Angaben auf persönlichen wie auf amtlichen Papieren wurde auch das Suchen mehr erschwert als erleichtert, aber durch das stetige Sammeln und Auswerten der familiengeschichtlichen Nachrichten war die Landschaft der engeren Heimat der Janik letztendlich ausfindig zu machen.
Es handelt sich um das Hultschiner Ländchen.
Um die Geschichte unserer Familie zu ergründen ist es daher unablässig die Geschichte der Heimat zu kennen. Daher werden wir uns zu Beginn die Vergangenheit Oberschlesiens vor Augen führen, um uns anschließend näher mit dem Hultschiner Ländchen und den Orten zu beschäftigen aus denen die Janik ins Ruhrgebiet kamen.
KURZE GESCHICHTE OBERSCHLESIENS
"Als die Menschen das Paradies verloren hatten und im Schweiße ihres Angesichts ihr tägliches Brot verdienen mussten, schenkte ihnen der Herrgott in seiner unendlichen Güte den Garten Schlesien. Nicht, dass er ihnen von heute auf morgen zu eigen gewesen wäre -
Schlesien war ursprünglich ebenso wie Germanien von den Kelten besiedelt, die vereinzelt in Rotten wohnten. Sie wurden bald, im 6. Jahrhundert, von den Slawen verdrängt die noch heute in Sprache und Kultur von Bedeutung sind. Seit dem 10. Jahrhundert herrschten hier die polnischen Piasten.
"Von allen Ländern des slawischen Ostens ist Schlesien vielleicht dasjenige, das durch die deutsche Ostbesiedelung des Mittelalters am meisten geprägt wurde. [...] Es besaß eine historische Schlüsselposition auf dem Weg nach Osteuropa -
Besiedelung der Deutschen
Auf Intervention Kaiser Friedrich I. Barbarossa erfolgte 1163 die Gründung der Schlesischen Herzogtümer Breslau und Ratibor wodurch unter anderem die Deutsche Besiedelung gefördert wurde. Aber auch die Mährischen Bischöfe von Olmütz trugen ihren Anteil zur Besiedelung mit Deutschen bei.
"Diese Besiedlung ging nicht wild vor sich, sondern wohl geregelt. Der zu besiedelnde Boden wurde festgelegt, die Auffüllung oder Neugründung der Städte planmäßig vorbereitet und vor allem anerkannt, das die Siedler nach deutschem Recht zu behandeln sind"
1372 kam Schlesien unter die Lehenshoheit der Könige von Böhmen. "Oberschlesien war im 14. Jahrhundert auf dem Wege, ein so völlig deutsches Land zu werden wie Niederschlesien. Daß dieser Prozess nicht zu Ende geführt [...] wurde, dafür fiel die Entscheidung im 15. Jahrhundert, das ganz allgemein in der ostdeutschen Volksgeschichte eine Zeit de politischen und Siedlungsmäßigen Verfalls war. Den Beginn des Niederganges brachten [...] die Hussitenkriege. Oberschlesien wurde [...] seit 1425 betroffen." "Unter tschechischen Einfluss wurde von Böhmen-
"Nachdem große Teile des östlichen Schlesiens seit dem 15. Jahrhundert verslawt waren, rückte die deutsche Sprachgrenze seit dem 17. Jahrhundert neuerdings vor. Wer seitdem in höhere Schichten aufstieg, wurde alleine schon dadurch zu Deutschen. Die 'Wasserpolen' im Osten Oberschlesiens und die 'Mähren' im Hultschiner Ländchen begannen sich nicht mehr als Slawen zu fühlen, obwohl sie daheim immer noch eine slawische Mundart gebrauchten. Das gilt dann besonders für das 18. Jahrhundert und ganz besonders für das 19. Besonders betonen möchte ich in Anbetrag dessen, das "wir" bis jetzt im HL. ausschließlich slawische Ahnennamen haben, dass der deutsche Anteil im Erbgut der Bevölkerung weit, weit höher ist, denn zur Zeit als die Familiennamen endgültig fest wurden, da war dieses Gebiet schon verslawt, also vorwiegend slawische Namen:
Janik (Hänschen), Watzlawik (Wenzelchen), Kotschi (Kutscher), Nawrath (Heimkehrer), Jaroschek (Jaroslauschen), Pollaschek (Pol-
Die Schlacht bei Mohacs 1526 beendete die slawischen Ansprüche an Oberschlesien. Die Herrschaft ging -
"Die Teilung Oberschlesiens zwischen Österreich und Preußen geschah nach umständlichen Verhandlungen im Frieden von Berlin." Durch den Friede von Berlin vom 28. April 1742 wurde außer Oberschlesien auch die südlichen, ehemals zum Habsburger Kronbesitz gehörenden Teile Troppau und Teschen an Preußen abgetreten und nur ein geringer Rest blieb als Österreichisch Schlesien bei Österreich bzw. Mähren. Das Hultschiner Gebiet wurde Preußisch und Grenzland, und der Gebirgskamm und die Flüsse Goldoppa, Oppa, Oder, untere Olsa und Weichsel wurden Grenze.
Auch der zweite Schlesische Krieg (1744-
"Preußisch-
Die Befreiung der Bauern von den Herrendiensten und der Unerblichkeit ihres Eigentum wurde zwar schon 1807 durch das Freiherrlich Steinsche Oktoberedikt begonnen, aber erst im Revolutionsjahr 1848 wurden die Bauern, Gärtner und Häusler freie Bürger und keinem Gutsherr verpflichtet.
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"Es sind die Oder und die Nebenflüsse, die ihr fast systematisch zufließen," welche das Gesicht Schlesiens prägen. Unter den Nebenflüssen ist "die Oppa, die zusammen mit der Oder dabei jenes Hultschiner Ländchen begrenzt, das -
Dies war der "Landstrich, der von mährischen Slawen besiedelt war, bevor sich seine Herren im 13. und 14. Jh. um Zuzug deutscher Siedler bemühten" .
Die Hultschiner Landschaft war bis zur deutschen Besiedelung vielleicht zu 20% feldmäßig erschlossen. Der Rest war mit Wald oder Buschwerk bewachsen.
"In der Mitte des 13. Jahrhunderts schritt die deutsche Kolonisation aus drei Richtungen auf den Norden Böhmens zu: von Westen her kam sie aus dem Meißischen, [...] aus der Oberlausitz [...]; von Süden her, von Mähren [...]. Der große Erschließer dieses Raumes war der Bischof von OIlmütz, Bruno von Schauenburg (1245-
"Die Anlegung der Dörfer übernahm ein Unternehmer, der Locator. Er warb im Reiche die Siedler, die dann das neue Land rodeten und das Dorf anlegten. [...] Der Locator erhielt etwas mehr [Land], vor allem aber wurde er der Erbrichter oder Schulze, in den Städten der Vogt."
"In der Ostsiedlungszeit im 13. Jahrhundert ist dieses Gebiet gerade wie das ganze östliche Schlesien teilweise, vielleicht sogar vorwiegend deutsch geworden, später aber wieder verslawt. Davon künden die vielen alt überlieferten deutschen Ortsnamen: Strandorf, Schillersdorf, Langendorf, Schreibersdorf, Markersdorf, das noch in der Mitte des 18. Jahrhunderts so genannt wurde, dann aber zu 'Markwartowitz' oder 'Marquartowitz' entstellt wurde. (der Gründer hieß also Markwart) 1905 hat man drei auf diese Art entstellten Ortsnamen in der alten Form wiederhergestellt: Die Form Markersdorf, die Form Petershofen, das zu Petrzkowitz entstellt war, und die Form Ludgerstal, das zu Ludgerzowitz oder Ludgielsowitz verformt war. [...] Beim Namen Ludgerstal hat man sich allerdings geirrt. Nicht nach einem 'Ludger' ist das mittelalterliche Dorf benannt worden, sondern nach einem Rüdiger! Aus R ist durch slawische Umformung L geworden. Der Held Rüdiger aus dem Nibelungenlied war einst in Schlesien besonders beliebt." 1377 sind bereits 33 Ortschaften im Hultschiner Ländchen nachgewiesen.
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Die Landschaft ist durch eine reihe spitzer Basalltkegel geprägt, die die sonst niedrigen Bergzüge durchbrechen. Markant ist der höchste Gipfel des Raumes, die 886 m hohe Bischofskuppe. Geologisch von Bedeutung ist der östlich Einfallende aufwärts ziehende Ausläufer der großen Schlesischen Steinkohlenmulde die das Gesicht, durch ihren Abbau, der Gegend nachhaltig verwandelte. Ein jetzt kaum noch lohnender Goldbergbau hatte in früheren Zeiten maßgebliche Bedeutung bei der Deutschen Besiedelung.
Das Hultschiner Ländchen ist "eine leicht gewellte, flachhügelige, im Durchschnitt etwa 260 m hochgelegene Landschaft [...] Die nordwestlichen Gebiete, etwa bis in die Gegend von Hultschin, [...] sind schon recht eben [...] hier erheben sich [...] wenig weiter östlich, direkt bei Hultschin, die [...] `Weinberge` auf 287 m an. Weit in die Oppaniederung vorspringend, schnüren sie das bisher breit ausgedehnte Tal zu einer beiderseits von steilen Hochufern umrahmten Enge zusammen [...]."
"Große Teile des Hügellandes sind mit Löß, oder dem aus seiner Umwandlung entstandenen Loslehm bedeckt und damit von hoher Fruchtbarkeit." Bis zu einer dicke von acht Meter steigt diese Schicht an und wird durch seine Natur Wasserundurchlässig. Daher war dieses Ackerland immer schon Waldfrei gewesen, welches die Ansiedelung von Bauern besonders förderte. "In den tiefer liegenden Lagen fand [der Neuangesiedelte Bauer] übrigens trotz der Lößdecke noch Wald genug zum Roden, so im Winkel zwischen Oder und Oppa östlich Hultschin."
Die Ortslage Hultschins ist in kurzen Worten folgendermaßen auszudrücken: Sie liegt 26,8 km südlich der alten Kreisstadt Ratibor am linken Ufer der Oppa. Die Höhe über NN beträgt 191 -
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Diese ehemalige Landgemeinde lag östlich und südliche der Stadt Hultschin und wurde 1905 dorthin eingemeindet.
Das Kirchliche Leben fand schon vorher in Hultschin statt, worauf die Kirchenbucheintragungen unserer Familiengeschichte hinweisen. >Pfarrei Hultschin -
Stadtgeschichte Hultschins
Hultschin, das dem Landstrich seinem Namen gab, vertrat den Typus des "Städtels" oder Fleckens, jenes Zwitters zwischen Dorf und Stadt, wie er charakteristisch für das Lößland westlich der Oder war.
Die Blütezeit Hultschins lag im Zeitalter des Landstraßenverkehres, bevor die Eisenbahn (die entlang der Oder fuhr) sie wirtschaftlich unbedeutend machte.
Wappen: In Grün unter einer goldenen Lilie ein monogrammartiges, [...] ungeklärtes schwarzes Zeichen umgeben von fünf goldenen Sternen. (2:2:1)
Siegel: "SIGILLVM MAIOR CIVITATI HLVCINI" von 1568
Hultschin ist eine Gründung des Przemyliden Otakars (Ottokar) II. der von 1243-
Das Waldgebiet um Hultschin "wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhundert durch große Waldhufendörfer erschlossen. Schon 1250 wird Sifridesdorf (Haatsch, der deutsche Name ist zuerst 1265 belegt) genannt, 1303 Rudugersdorf (Ludgierzowitz), erst 1377 Marquardesdorf (Markquartowitz) und Schillersdorf."
Im Gegensatz zum umgebenen slawische beeinflussten Siedlungsgebiet, war die Stadt Hultschin Deutsch geprägt. "Die tragende Grundherrschaft war mit wenigen Ausnahmen deutsch, sowohl die geistlichen wie die adeligen. [...] Die Bauern selbst dagegen waren nur zum Teil Deutsche [...] nach Südosten zu [...] lagen wohl nur deutsche Inseln."
Aus Hultschin sind aus dem Jahre 1303 die folgenden Bürgernamen überliefert: "der Erbvogt Konrad, genannt der Schreiber, Geblin von Sifridesdorf, Tilo aus Sczepancowic, der Bäcker Sidelmann und Reimboncus, 1329 der Vogt Gysilbert und die Weiterwanderer nach Krakau Nicolaus 1394, Niclos Teychler 1397 und Niclos Juttener 1400" und als deutsche Bürger von Hultschin bezeugt.
Spektakulär ist in der Frühzeit z.B. die Verpfändung der Stadt Hultschin und der Burg Landeck unter Herzog Nikolaus III von Troppau (1377-
Einhundert Jahre später, 1403, erhielt Hultschin durch die Herzöge von Oels und Kosel das Erbrecht bis ins fünfte Glied (Testierungsrecht ) und bekommt ein Stadtgericht zugesichert. Dieses sind die erste Zeichen einer sich entwickelnden Bürgerfreiheit mit deutschem Recht. So erlangte es 1314 das auf fränkischer (deutscher) Grundlage Leobschützer Recht.
Hultschin war am Beginn seiner Existenz ebenso wie die Kleinstädte Zauditz und Beneschau stark deutsch geprägt. Allerdings wechselten Stadt und Land häufig ihre Herrschaft, da sich für die Hultschiner im Laufe ihrer Geschichte Veränderungen immer wieder als etwas durchaus Stabiles erwiesen. Diese relativ freien Bürger hatten nun mal einen Herrn, den Gutsbesitzer. Nur durch seine Hilfe konnte sich dieser Flecken entwickeln und er versuchte das Gut so rentabel wie möglich zu bestellen bzw. bestellen zu lassen. So steht und fällt das leben der Bürger und Bauern der Gegend mit dem Wohl und Weh ihrer Gutspatronen.
So versuchten die Hultschiner Bürger, aus wirtschaftlichen Gründen, u.a. sich Jahrmärkte zu verschaffen die große Einnahmen zu erwarten ließen. So erhielt sie 1478 zwei, 1528 den dritten und 1562 den vierten Jahrmarkt zugesprochen.
Bernhard von Zwole umgab die Stadt ab 1535 mit starken Mauern, Basteien und Gräben, was die Bedeutung der Stadt für das umliegende Land unterstrich. Drei Tore hatte die Stadt, das Ober-
Spätestens seit dem 15. Jahrhundert wird das Hultschiner Gebiet zu Schlesien gerechnet und nicht mehr unter mährischer Fahne. Das bezieht sich auf den westlichen Teil des H.L. dem Herzogtum Jägerndorf, dessen Landesfürst 1506 die schlesische Herzogwürde und den Sitz und die Stimme beim Fürstentag erhielt. Erst 1613 wurden die Fürsten Lichtenstein mit dem Herzogtum Troppau mit der schlesische Herzogwürde und den Sitz und die Stimme beim Fürstentag belehnt. Damit war das ganze Hultschiner Umland schlesisch. Kirchenrechtlich jedoch niemals, derweil die Diözesangrenzen zwischen Olmütz und Breslau Hultschin zu Olmütz bringt.
"1486 wird Johann Bielek von Kornie als Besitzer genannt ", "1547 gehörte die Herrschaft Hultschin," wieder" dem Stephan von Würben (ab 1501 von Freudenthal) [...] 1629 verkaufte ein Nachkommen Stephans, Wenzel von Würben die Herrschaft Hultschin (incl. Langendorf) mit Kl.-
In den Hussitenkriegen wurden ganze Dörfer entvölkert und nur noch Wüstungen blieben von der einstmals Blühenden Kultur. In dem 30.jährigen Religionskrieg wurde die Stadt mehrfach heimgesucht. 1616 durch Feuer heimgesucht, 1639 und 1645 von den Schweden verwüstet. Die Türkenkriege brachten ebenso wie später die schlesischen und der bayerische Erbfolgekrieg den Durchzug der Soldaten mit all ihren Begleiterscheinungen.
Auch wenn sich die Stadt in Richtung Oppa weiter ausgeweitet hat und von den Mittelalterlichen Befestigungen sich nicht viel erhalten hat, so zeigt der Stadtkern dennoch die deutliche Spur seiner Erbauer.
Die Landeshoheit wechselte zwar nicht so häufig den Besitzer aber das Herzogtum Ratibor, zu dem Hultschin gehörte, kam 1327 unter böhmischer Oberlehnshoheit -
Bei der Teilung Schlesiens nach dem Schlesischen Krieg im Frieden von Berlin 1742 wurde auf die drei Sprachgebiete in der Region keine Rücksicht genommen. So wurde das nur das mährisch-
Im Jahre 1783 hatte Hultschin 934 Einwohner. Zum vergleich hatte Troppau 8400 und Oppeln 2850 Einwohner.
Die Ablösung der Robotpflicht bzw. der Erbuntertänigkeit brachte auch über Hultschin einiges Ungemach. So brach im Februar 1811 in Hultschin und Beneschau ein Bauernaufstand aus, welcher auf ganz Schlesien übergriff. Auch 1848 kam es zu Ausschreitungen gegen den Grundherren. Erst die Bauernfreiheit brachte Erleichterung.
1840 hatte Hultschin 200 Handwerker, 19 Kaufleute, 2 Brauereien, 1 Brennerei, 3 Färbereien, 4 Wassermühlen, 1 Sägemühle, 1 Tuchwalke, 4 Ziegeleien, 5 Töpfereien und den Steinkohlebergbau.
Sprachlich verslawte das Hultschiner Ländchen im 15.-
Die Hultschiner blieben jedoch von der aufkommenden mährisch-
Hultschin und das H.schiner Ländchen wurde trotz einer privaten Abstimmung mit 93,7% für das Verbleiben im Deutschen Reich, 1921 an die neu gegründete Republik Tschechoslowakei abgetreten.
1938 wurde das Hultschiner Ländchen für 7 Jahre wieder Oberschlesisch und Deutsch, mit all seinen Folgen für die Menschen, ihre Heimat und ihr Vaterlandsdenken.
Am 30.03.1945 wurde die Stadt und das Land von der roten Armee besetzt und erneut und endgültig Tschechisch.
Bei der friedlichen Teilung der Tschechoslowakei 1991 verblieb es in der (böhmisch-
Verwaltungsmäßig gelangen die Orte östlich von Hultschin zum Stadtkreis Mährisch Ostrau und verlohren damit ihre traditionellen Wurzeln. Die Zusammenarbeit und das zusammengehörigkeitsgefühl blieb.
In der BRD haben sich nach dem zweiten Weltkrieg verschiedenste Patenschaften der Heimatvertriebenen gebildet. Doch das Hultschiner Ländchen ist, auch bedingt durch seine geographisch-
Kirchengemeinde
Die katholische Pfarrkirche St. Joannis Baptist (Johannes der Täufer) wurde zuerst in einem Altarstiftungsbrief im Jahre 1378 erwähnt . Der Grundstein zur ersten (!) Kirche wurde 1387 gelegt, die jetzige "Kirche wurde im Jahre 1608 erbaut, brannte 1616 ab und wurde 1618 eingewölbt. Das der Bau aus der Zeit vor dem dreißigjährigen Kriege herrührt, ist aus der Bauform zu ersehen. Er besteht aus einem kleineren, zweiachsigen und nach drei Seiten des Achtecks geschlossenen Chor und einem 11,7 Meter tiefen, vierjochigem Langhause, vor das 1792 auf der Westseite ein Turm mit bauchiger, einmal durchbrochener Barockhaube errichtet wurde. [...] Patron: Gutsherrschaft." Demnach haben viele unserer Ahnen in dieser bestehenden Kirche an kirchlichen Handlungen teilgenommen.
Diese Kirche war der Sitz des Dekanates Hultschin, welches im Archipresbyterat Katscher mit Katscher selbst, Branitz und Leobschütz zur Diözese Olmütz -
Es gab neben der Pfarrkirche die Kapelle "St. Johannes von Nepomuk", Die Friedhofskapelle "St. Margaretha" welche vor der Stadt lag.
Juristische Verwaltung
Juristisch verwaltet wurde Hultschin vom Königlichen Stadtgericht, 1831 unter dem Richter Hildebrand der beim ständischen Inquisitoriat zu Cosel associirt war. Langendorf mit dem Schloss Hultschin und Petershofen, Klein Darkowitz, Bobrownik und Ellguth wurde vom Gerichtsamt der Herrschaft Hultschin verwaltet, 1831 ebenfalls unter Vorsitz des Richter Hildebrand.
Aus der Gerichtstopographie entnehmen wir für 1831 noch andere für uns interessante Daten. So hat Langendorf mit Schloss Hultschin 168 Häuser (Positionen) mit 550 Seelen, Petershofen 1831 67 Häuser mit 257 Seelen.
Gutsherren
Die Herrschaft Hultschin mit den oben genannten Orten gehörten um die Jahre 1800 den 'von Eichendorff' und im Jahr 1831 dem Baron (später Freiherren) Spens von Boden bzw. von Spensschen Erben. Die Gutsherrschaft Schloss Hultschin mit war dann später teil der Herrschaft des Rittergutes Schillersdorf und im Besitz des Nathaniel Freiherr (Baron) von Rothschild in Wien der sich große Ländereien erworben hatte.
Zu seiner Herrschaft Schillerdorf gehörte Hoschialkowitz incl. Vorwerk, Ludgerstal nebst Vorwerk, Markersdorf, Haatsch mit Karlshof, Oderberg, aber halt auch Hultschin (Schloss). Offiziell sogar Hultschin im Gutsbezierk Langendorf mit Vorwerk Weinberg .
1902 wird in dem in der vorigen Fußnote erwähntem Werke, als Verwalter von Ludgerstal ein Nawrath in Kl. Darkowitz erwähnt. Familiäre Verbindungen könnten möglich sein. (siehe AL Johannes I. Janik)
Militär
In der Stadt Hultschin wurde -
Im gesamten Kreise Ratibor wurde das 12. Kürassierregiment ausgehoben welches von 1753-
Abschließend will ich hier die 'Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste' von Brockhaus zitieren. In der Ausgabe von 1834 heißt es:
HULTSCHIN, Mediatstadt in der preuß. Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Ratibor; von Oppeln südl. zu südöstl. 13 Meilen, von Ratibor 3 Meilen; am linken Ufer der Oppa, dem Grenzflusse gegen Österreich-
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Das Dorf Petershofen mit seinen Bauernhöfen und Zechen liegt am westlichen Hang der Oder. Dieser kleine Ort war für zwei Generationen Geburts-
Geographisch liegt Petershofen heute im Nordwesten von Ostrau (Ostrava) in der CR, an der Straße die von dieser Stadt nach Hultschin führt. Das Städtchen liegt unweit des Flusses Oppa (Opava), der 12.km lag und unterhalb Petershofen bei Ostrau in die obere Oder mündet.
Die erste Urkundliche Erwähnung der Ortschaft Petershofens befindet sich in einem 1377 verfassten Dokument, dem Codex Dipl. Sil. VI.Nr.59-
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Petershofen liegt nahe einer Burg, der Landeck, die wesentlich älteren Datums ist: Sie ist "in einer Urkunde vom 2.August 1297, [erwähnt, worin] der Bischof Dietrich von Neuhaus mit dem Herzog Miecislaw von Teschen und Boleslaw von Oppeln die Grenzen zwischen dem Bistum Olmütz und Schlesien bestimmt" hatte.
Die Lage der Burg Landeck -
Vier, oder sechs Jahre später lernen wir den Besitzer der Burg kennen: am 28.Januar 1301 (1303) bestätigte Siffrie von Baruth [Siegfried von Baireuth] aus seiner Burg Landeck den Bürgern von Hultschin den Besitz einer Viehweide hinter der Stadt, "die sie schon vom König Premysl Ottokar her besaßen."
Landeck war demnach die Burg der Herrschaft Hultschin.
Am 25.9.1349 wird der nächste Besitzer genannte, kein Einzelfall in den Burgen des Raumes Ostschlesiens. In einer Urkunde des Herzog Nikolaus II von Troppau erscheint ein gewisser Peter als Herr auf Burg Landeck. Am 5.8.1359 verschrieb der Herzog die Burg Landeck -
Am 18.04.1377 wurde infolge der Teilung des Herzogtums Troppau die Landecke mit den Städten Troppau, Hultschin und Fulnek an die Brüder Wenzel und Premyslav abgegeben, jedoch Hultschin und die Landecke -
Dieser wiederum musste ein Teil seines Besitzes -
Es nisteten sich infolge der aufkommenden Verarmung des Adels, Raubritterbanden im Herzogtum Troppau ein, wovon auch die Landecke, wegen ihrer günstigen Lage, nicht verschont wurde. Als 1505 der Landfrieden durch Sigismund, dem jüngeren Bruder Königs Wladislaw, mit 200 Reitern wiederhergestellt wurde, wurden die Räuberburgen erobert und geschleift.
Die Ruinen der Landecke, seit 1518, sind heute noch über dem steil abfallenden Oderufer südöstlich der Stadt (Hultschin) zu sehen.
"Die Landecke [...] erscheint heute (1991) gleichsam wie eine herrliche grüne Insel inmitten eines Meeres von Fabriken und Schächten. Dichter Laubwald wächst heute auch auf den einstigen Halden, die die Arbeit "unserer" Ahnen ihre Entstehung verdanken. [...] Eine herrliche Aussicht hatte man früher von der Ausflugsgaststätte auf der Landecke über die Oder hinweg, die in der Tiefe fließt, auf das gesamte Industriegebiet mit seinen vielen Rauchfängen, Fördertürmen und Hochöfen bis zu den Beskiden im Süden mit der Lissa (1322 Meter), ihrem höchsten Berg".
Die Oder war Grenzfluss, und zwischen Petershofen einerseits (preußisch) und Oderfurt andererseits (Österreich bzw. Tschechoslowakei res. Tschechische Republik) führte der Grenzverkehr. An Sonntagen herrschte "ein lebhaftes Treiben, man wanderte [Ostrauer] auf die Landecke, in der [Tschechischen] Republik Masarykhöhe genannt, oder ins Gasthaus Breitbart, ebenfalls Petershofen, wo man das süße dunkle Hasebier mit Himbeeren bekam das [...] mit Brezeln oder zu dem mitgebrachten Butterbrot sehr gut schmeckte."
Kirchengemeinde
Alle um Hultschin bestehenden Gemeinden gehörten ursprünglich zu ihrer Pfarrei St. Joannis Baptist (Johannes der Täufer). Diese wurde, wie bereits im vorigen Kapitel erwähnt, zuerst im Jahre 1378 erwähnt.
Später wurde das Dekanat Hultschin gegründet mit den folgenden Pfarreien in den Dörfern: "Hultschin (1716), Ludgerstal (1863), Hoschialkowitz (1865), Beneschau (1692)[...]" Die Ortschaft Petershofen gehörte ab 1863 zur Gemeinde Ludgerstal, diese wiederum bis in unser Jahrhundert immernoch adjuncta zu Hultschin. Der Name der Ludgerstaler Gemeinde ist St. Nicolai, die in einem einfachen Barockbau von 1796 ihre Messe feierte. Diese Pfarrei war "bis 1523 selbständig, dann mit Hultschin als 'parochia commendata' verbunden, seit 1903 wieder selbständig" Das Patronant hatte dort wiederum die Gutsherrschaft.
Die Petershofener Gemeinde war seit 1915 eigenständige Landgemeinde im Dekanat Hultschin.
Allgemeines
Zu den sonst im Ort vorkommenden Einrichtungen lassen wir hier kurz das Meyers Orts und Verkehrs-
Kreis Ratibor, 2352 Ew. Eisenbahnlinie Annaberg-
Mit der Entwicklung der Zechen und Gruben stieg die Einwohnerschaft des alten Bauerndorfes stetig.
Besiedlungsform
Die Lage und das Aussehen des Dorfes erklären sich aus der Ansiedlung seiner frühen Siedler selber.
Petershofen ist ein Waldhufendorf gewesen. Bei Waldhufendörfern stehen die Gehöfte in weiten Abständen zu beiden Seiten des Talweges, während die dazugehörigen Felder in einem einzigen Hofanschließenden Streifen hangaufwärts bis zur Gemarkungsgrenze reichen.
"Die Waldhufendorf hatten fränkische Hufen (etwa 21 ha) von 1. Doppelruten (etwa 103 m Breite und 27. Ruten (233. m) Länge, die [...] den gesamten Besitz eines Hofes zusammenfaßt. Schöpfer der neuen Großanlagen waren erfahrene Siedlungsunternehmer, die Lokatoren. Sie schlossen einen Vertrag mit dem Grundherren, wendeten eigene Mittel für die Werbung und Ansetzung der Siedler auf und erhielten als Entschädigung einen Teil der Dorfhufen, Mühle, Wirtshaus, Handwerkerstellen und vor allem das Amt des Schulzen, des Vorsitzenden im Ortsgericht, mit einem dritten der Gerichtseinahmen. Der ganze Komplex dieser erblichen Besitzungen und Rechte hieß im schlesischen Erbscholtisei, im mährischen Erbrichterei (die auf deutschem Recht hinweisen). Erbschulzen, auch Vögte genannt, sind in fast allen Ratiborer Dörfer westlich der Oder belegt [...] im Hultschiner gebiet wird in der Siedlungszeit nur der dörfliche Erbrichter (iudex) von Ludgerstal 1303 genannt. Aber auch die viel späteren Belege für andere Dörfer sind voll beweiskräftig, das eine nachträgliche Entstehung der Erbrichtereien ausgeschlossen ist. [...] Petershofen 1768 [...]."
Vom vorher erwähnten Bischof Bruno von Schauenburg ist ein "typischer Vertrag über eine locatio, welcher die Gründung eines Dorfes -
"Die Planmäßigkeit der oberschlesischen Waldhufenkolonistion wird [...] deutlich, wenn man das Augenmerk vom Bau des einzelnen Dorfes auf seine Lage in der Umgebung wendet. Dazu genügt ein Blick auf die heutige Karte, denn an den großen Formen der Waldhufendörfer hat die Zwischenzeit wenig zu ändern vermocht. [...] Eine solche Regelmäßigkeit beweist gleichzeitige Anlage oder zumindest Planung der Gesamtgruppe."
Andreas Janik im Jahre 1994 und 2011
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